Gartenkolumne

Ansicht Garten mit StrandkorbVon Unkraut und Rosen Nennen wir die Dinge beim Namen: Unkraut bleibt Unkraut, auch wenn man Wildkraut dazu sagt. Und ich möchte es nur auf besonderen Plätzen sehen, zum Beispiel auf den Brennnesselinseln als Futter für Schmetterlingsraupen. Giersch, Queken und ihre Freunde haben im Stiftungsgarten nichts zu suchen. Und es gibt ein hilfreiches Naturgesetz: wo schon etwas wächst, kann kein Unkraut wachsen. Also haben wir bereits im letzten Jahr Kartoffeln gegen Queken gepflanzt und blaue Bienenweide gegen Giersch gesät. Unter Rosen setzten wir weiße und blaue Glockenblumen, weißes, blaues und altrotes Immergrün, blauen Günsel, Efeu und zartrosa Knöterich. Auch Storchschnabel hilft uns im Kampf gegen Disteln, Melde und Kreuzkraut. In diesem Jahr haben wir damit angefangen, Walderdbeeren im Beet gegenüber den Bienenstöcken als Bodendecker auszupflanzen, rote Zwergtaubnessel im Eingangsbereich und weiße Nessel unter dem Sommerjasminstrauch.

Eine andere Art der Unkrautbekämpfung, denn Spritzen ist auf dem gesamten Gelände tabu, ist das Mulchen (Zudecken). Manche Beete sind mit Rindenstückchen bedeckt, ebenso große Flä- chen unter den Bäumen. Noch besser, außerdem kostenlos, ist das Mulchen mit Grasschnitt. Damit haben wir beim Himbeerbeet angefangen, und die Amseln haben ihre Freude daran, denn sie finden unter der Heudecke leckere Nahrung. Dass ein bißchen Gras immer wieder auf dem Weg liegt, wen stört das schon! Einzig bei Winden und Klettenlabkraut hilft nur herausreißen. Jetzt ist Rosenzeit. Über Rosen sollte man eigentlich nicht schreiben. Man sollte sie schnuppern, man sollte die Nase in eine Blüte versenken, man sollte die welken Blättchen trocknen. Liebenden schenken einander Rosen, bevorzugt rote, und jeder von Ihnen kennt die Lieder »Schenkt man sich Rosen in Tirol«, »Für mich soll es rote Rosen regnen«, »Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein«… Lasst uns singen und schnuppern, aber nicht schreiben.

Viel Freude im Garten

Traute Arnold